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Gedanken zum Wochenende, 16.09.2017

„Komm zur Quelle“

Frisches Wasser ist etwas Herrliches! Bei einer Wanderung in den Bergen habe ich es letzthin wieder erlebt. Aus dem Fels am Rande des Wanderweges sprudelte eine kleine Quelle hervor. - Ich tauche beide Hände zur Schale und lasse das Wasser über mein Gesicht fließen. Es prickelt auf der Haut. Den nächsten Schwall gieße ich mir in den geöffneten Mund. Wer durstig ist, erlebt einen unbeschreiblichen Genuss! Frisches Wasser: Erfrischung für die Kehle, Labsal für die Seele. Einfach herrlich! - Solche Quellen oder Brunnen brauche ich immer wieder auf meinem Weg durch den trockenen Alltag. Gibt es sie? Kann ich sie sehen, diese Quellen? Was könnten solche Quellen sein im Alltag?

Vielleicht ganz banal eine Pause von 5 Minuten mitten im Getriebe des Tages, ein Cappucino mit Sahnehäubchen oder ein kühles Glas Multivitaminsaft, bewusst genossen als köstliche Gaben des Schöpfers. Das kann ein Schwimmbadbesuch sein, inclusvie Whirlpool und Unterwassermassage. Das kann ein 10 Minuten Nickerchen auf dem Kanapee sein, ein Ausstrecken bei schöner Musik während die Arbeit einen Moment lang ruht. Pausen sind Geschenke des Schöpfers.

Es kann auch ein Anruf sein bei einem Menschen, dessen Unkompliziertheit und Fröhlichkeit mir gut tun; ein Konzert, ein Theaterbesuch, ein Stadtbummel mit lieben Menschen. Bewusste kleine Höhepunkte in der Woche sind wie Quellen auf dem Weg. Es kann auch die Bereitschaft sein, loszulassen, dass ich mir Hilfe hole mitten in der Beanspruchung in der ich stehe; dass ich einen Menschen bitte, vielleicht einen Tag lang nur oder ein Wochenende mir die Kinder abzunehmen oder die zu pflegende Oma. Es kann ein tiefes Gespräch sein, in dem ich einem anderen Menschen oder einem Seelsorger, meine Last ablade und vor Gott ausbreite. Es kann auch eine bewusst gestaltete und reservierte Zeit des Gebetes sein. „Stille Zeit für das Gebet“ ist wie eine „Quelle auf dem Weg“, daraus ich „frisches Wasser“ schöpfen kann. Für Gott reservierte Zeit, und wenn es nur 5 oder 10 Minuten täglich sind, ist wie frisches Wasser, das ich „anzapfen“ darf, damit Erfrischung fließt. Eine Quelle auf dem Weg ist auch der sonntägliche Gottesdienst. Gott dient uns mit seinem Leben schaffenden und Leben erhaltenden Wort und Sakrament. Durch die Gemeinschaft mit Gott und untereinander werden wir gestärkt für den Weg durch die Woche.

Der Psalmbeter von Psalm 36 (Vers 10) hat erkannt: „Bei Dir, Herr, ist die Quelle des Lebens.“ Gott, der Schöpfer will nicht die Erschöpfung seiner Geschöpfe, sondern das Leben! Darum schafft er Quellen, daraus wir schöpfen können.

Ich wünsche auch Ihnen ein quellendes Wochenende.

Pfarrer Bernd Töpfer, Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Marktheidenfeld.

Übrigens: Zum Thema: „Komm zur Quelle“ darf ich Sie herzlich einladen zu einem Liedermacherkonzert mit Albert Frey am heutigen Samstag, 16. September um 20.00 Uhr im Kloster Triefenstein. Albert Frey ist einer der bekanntesten Autoren und Sänger moderner christlicher Lieder in Deutschland. In seiner freundlichen, verbindenden Art finden sich die unterschiedlichsten Menschen wieder. Seine Texte machen Mut zu einer ehrlichen Begegnung mit Gott, seine Melodien gehen ins Ohr und werden insbesondere von Jugendlichen in den Gemeinden gerne gesungen. Der Eintritt ist frei.

Die jeweils aktuellen Gedanken zum Wochenende können auch auf unserer Homepage: www.marktheidenfeld-evangelisch.de gelesen und heruntergeladen werden.

Die Andachten der letzten Jahre zu den verschiedensten Themen finden Sie unter „Gedanken zum Wochenende/Archiv“, - für den Fall, dass Sie selbst mal eine Andacht halten wollen…

Seite zuletzt aktualisiert am 12. Dezember 2015.