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Gedanken zum Wochenende, 24.06.2017

Wahrheit und Liebe

Ich weiß nicht, wer sich die folgende Geschichte ausgedacht hat. Ich habe sie gehört und erzähle sie gerne weiter und finde es wichtig, einmal über die „Alltagstauglichkeit" dieser Geschichte nachzudenken. Die Geschichte handelt von Wahrheit und Liebe. Der, der sie erfand stellt sich die Wahrheit als einen alten Mann vor: Der alte Mann „Wahrheit“ zieht traurig durch die Lande. Es bedrückt ihn, dass er nicht anerkannt wird. Die Menschen fürchten sich richtig vor ihm. Sie scheinen ihn nicht zu mögen. Und er schaut sich im Spiegel an und denkt: „Es ist ja auch verständlich, dass sich die Menschen von mir abwenden, denn ich bin nackt und ich bin alt". Eines Tages trifft dieser alte Mann „Wahrheit“ die alte Dame „Liebe“. Sie ist freundlich, bunt und warm gekleidet. Staunend sieht er, wie die Menschen die Dame „Liebe“ zu sich in ihre Häuser einladen. Der alte Mann „Wahrheit“, läuft der Dame „Liebe“ nach. Er sucht das Gespräch mit ihr und fragt: „Sag mir, warum mögen Dich die Menschen und mich nicht? Ich sage ihnen doch immer nur die Wahrheit, die nackte Wahrheit, nichts als die Wahrheit. - Es muss wohl daran liegen, dass ich so alt bin, oder?" Die Dame „Liebe“ erwiderte: „Ich bin auch alt und die Menschen lieben mich. Du bist ihnen unheimlich. Sie erschrecken vor Dir. Die nackte Wahrheit ist für Menschen genauso furchtbar wie unehrliche Liebe". Und so macht die Dame „Liebe“ dem Herrn „Wahrheit“ den Vorschlag: „Wir brauchen einander. Gehen wir doch gemeinsam zu den Menschen. Erst aufrichtige Liebe und liebevolle Wahrheit zusammen können Menschen helfen." Man erzählt sich, dass nach diesem Gespräch Wahrheit und Liebe oft gemeinsam durch das Land gingen und die Menschen freuten sich wenn sie sie zusammen sahen und hießen beide willkommen …

Es ist erstaunlich, wie viel und wie hart heute kritisiert wird. Objektiv gesehen mag manche Kritik wohl gerechtfertigt sein, denn immer wieder passieren Fehler. Doch wer einem anderen Menschen seine Kritik als nackte Wahrheit entgegen schleudert, darf nicht damit rechnen, dass das zu einer guten Beziehung hilft. Wie die Geschichte zeigt, ist es schon einen Versuch wert, die Wahrheit in Liebe zu verpacken. Probieren Sie's aus! Wenn Sie einem Menschen zunächst einmal ehrlich sagen, was Sie an ihm /ihr oder seiner /ihrer Arbeit wertschätzen, dann können Sie – gut dosiert – auch Kritik anbringen. Die Wahrheit in Liebe verpackt ist annehmbar. Das richtet jede Beziehung auf.

Ich wünsche Ihnen ein aufrichtiges und liebevolles Wochenende,

Pfarrer Bernd Töpfer, Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Marktheidenfeld.

Manchmal möchte man ganz existenziell nachdenken über das Wesen des Seins und den Sinn des Lebens. Einen besonderen Tipp möchte ich Ihnen hierfür geben:

Am Samstag, 24. Juni 2017 ist um 20.00 Uhr ist der Geigenbauer Martin Schleske für eine Konzertlesung zu Gast in der Klosterkirche in Triefenstein. Der Bayrische Rundfunk bezeichnete ihn als einen „der ganz Großen des Geigenbaus“. Die New York Times nannte ihn den "leading violinmaker from Germany."

Ich habe sein Buch „Der Klang“ gelesen. Es ist spannend, wie er die hohe Kunst des Geigenbaus anwendet, um die Tiefendimension des Lebens zu erklären. Vom unerhörten Sinn des Lebens“ lautet demnach auch der Untertitel. Virtuose Klangbeispiele werden von Michael Nestler auf der Violine vorgetragen. Der Eintritt ist frei.

Die jeweils aktuellen Gedanken zum Wochenende können auch auf unserer Homepage: www.marktheidenfeld-evangelisch.de gelesen und heruntergeladen werden.

Die Andachten der letzten Jahre zu den verschiedensten Themen finden Sie unter „Gedanken zum Wochenende/Archiv“, - für den Fall, dass Sie selbst mal eine Andacht halten wollen…

Seite zuletzt aktualisiert am 12. Dezember 2015.