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Gedanken zum Wochenende, 29.07.2017

Der Anker, der uns hält

Bei der Veranstaltung „Reformation im Fluss“ fuhren wir vor einigen Wochen mit vielen Gästen auf dem Fahrgastschiff „Franconia“ mehrmals von Lohr nach Marktheidenfeld und zurück. - „Wozu hat ein Schiff so ein schweres Eisenteil da hängen?“ fragte ein Kind und meinte den Anker am Bug. Ich erklärte, dass das Schiff sich damit am Grund festmachen kann. - „Woher weiß das Schiff, dass es unter dem Wasser einen Grund gibt?“ -

Was für eine Frage? Wir lächeln darüber. Aber ist dies nicht auch eine existenzielle Frage, die ebenso wir Erwachsenen manchmal stellen? Woher weiß ich, dass mein Leben einen Grund hat, einen Grund im Sinne von „Ursache, Herkunft“ oder auch einen Grund im Sinne von „festem Halt“, „Sicherheit“, oder einen Grund im Sinne von „Sinn“?

Jedes Schiff braucht einen Anker: Hier vorne am Bug. (Foto: Martin Harth)

Der Anker ist seit alters her ein Symbol für den christlichen Glauben. Wir brauchen ihn bei unserer Fahrt auf dem reißenden Strom des Lebens. - Haben Sie, liebe Leserin, lieber Leser, ihn längst über Bord geworfen, weil sie meinten, ihn als „überflüssigen Ballast“ abwerfen zu müssen, um schneller voran zukommen? – Ich denke es geht nicht darum, den Glauben stets vorneweg heraus hängen zu lassen, wohl aber geht es darum, dass der Glaube selbstverständlich zur Ausrüstung des Lebens gehört und auch einsatzbereit ist.

Denn es gibt starke, unberechenbare Strömungen in unserem Leben, die uns mitreißen, oft auch dorthin wo wir eigentlich gar nicht hin wollen: Modetrends zum Beispiel oder die Art und Weise wie man sich heute verhält und denkt; was „in“ ist und was „out“. Es gibt viele Wellen, Flutwellen sogar, die uns im Leben hin- und her beuteln: Enttäuschungen und schmerzhafte Erfahrungen, Verluste und Kummer, Krankheit oder der Tod eines lieben Menschen … - Wie wichtig ist es da, sich mit dem Anker in festem Grund einhaken zu können, damit die Seele sich nicht zum Kentern aufschaukelt, das Lebens-Schiff nicht ins Schlingern gerät.

Kein Matrose würde behaupten: Es gibt keinen Grund, darum brauche ich keinen Anker! Haben Sie schon einmal einen Fluss oder ein Meer ohne Grund gesehen? - So ist es auch im Glauben: Es gibt kein Leben ohne Grund, ohne den Schöpfer. Gott ist der Grund, in den wir uns festhaken können, damit unser Leben einen sicheren Halt bekommt. Darum brauchen wir einen Anker. In der Bibel steht warum: Im Hebräerbrief, Kap. 6, 18-19 lesen wir: „Wir halten fest an der angebotenen Hoffnung, die wir als einen sicheren und festen Anker unserer Seele haben". Die Hoffnung, die uns angeboten wird, liegt begründet in der Botschaft, dass Gott uns in Jesus Christus retten und erlösen und ein neues Leben geben wird. Es gibt dazu ein schönes Lied in unserem Evangelischen Gesangbuch Nr. 354: „Ich habe nun den Grund gefunden, der meinen Anker ewig hält“. - Wenn Sie möchten, können sie es ja mal nachlesen oder sogar singen. - Soll einer sagen, wir Christen hätten keinen Grund, fröhlich zu sein und mutig durchs Leben zu schippern, - denn wir haben einen Grund und wir haben auch einen Anker der uns sicher darin fest hält!

Ich wünsche Ihnen ein gut gegründetes Wochenende

Pfarrer Bernd Töpfer, Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Marktheidenfeld.

Die jeweils aktuellen Gedanken zum Wochenende können auch auf unserer Homepage: www.marktheidenfeld-evangelisch.de gelesen und heruntergeladen werden.

Die Andachten der letzten Jahre zu den verschiedensten Themen finden Sie unter „Gedanken zum Wochenende/Archiv“, - für den Fall, dass Sie selbst mal eine Andacht halten wollen…

Seite zuletzt aktualisiert am 12. Dezember 2015.