Homepage der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Marktheidenfeld
Friedenskirche
Logo
cross


Gedanken zum Wochenende, 22.06.2019

„Drei-in-Eins“

Bei solch einem Angebot wissen wir als geübte Konsumenten sofort: „Wer da zugreift, der hat mehr davon!“ Der vergangene Sonntag trug den Namen „Trinitatis“, zu Deutsch: „Drei-einig-keit“ – und dieser Name ist so wichtig, dass wir sogar die nächsten 20 Sonntage nach ihm benennen und überhaupt jeden Gottesdienst „trinitarisch“ beginnen: „Im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“. „Drei in eins“. Das ist gar nicht so einfach, zu verstehen.

Wir Christen glauben an einen Gott, der sich in einer dreifachen Art und Weise offenbart:

Als Gott Vater schafft und erhält er die Welt und uns Menschen: - „Schöpfer“

Als Gott Sohn versöhnt und befreit er die Menschen: - „Erlöser“

 Als Gott Heiliger Geist sammelt und heiligt er die Menschen: - „Tröster“

Gott ist ein Wesen. Er will mit uns zu tun haben, und wir brauchen ihn. Darum wirkt ER zugleich auf dreifache Weise, sozusagen in drei Personen. - Das in der Theologiegeschichte benutzte griechische Wort „Person“ weist darauf hin, dass der eine Gott auf dreierlei Weise auch ansprechbar ist. Wir dürfen beten zu Gott, dem Schöpfer, zu unserem Herrn und Erlöser Jesus Christus und zum Heiligen Geist.

Ich wurde einmal von einem jungen Mann gefragt, ob Gott Vater nicht beleidigt sei, wenn er überwiegend zu Jesus Christus bete. Ferner könne sich der Heilige Geist eventuell zu kurz gekommen fühlen, wenn er in den meisten Gebeten - mal abgesehen von Pfingsten - gar nicht vorkommt. Diese Fragestellung wurde schon von Theologen aus vielen Jahrhunderten bedacht. Ich selbst bin der Überzeugung, dass wenn ich je nach Inhalt des Gebetes zu der einen Person Gottes bete, die beiden anderen jeweils mit gemeint und mit angesprochen sind.

Meinen Konfirmanden erkläre ich die Trinität folgendermaßen: „Wenn Du zum Beispiel in einen Gemeindesaal, hineingehen möchtest, der drei offene Türen hat, dann ist es egal, durch welche Tür du gehst. Du kommst immer in den einen Saal hinein.“ Den drei Wirkweisen Gottes entsprechen nämlich je nach individuellen menschlichen Bedürfnissen auch drei Zugangswege zu Gott: Der Apostel Paulus macht es deutlich, wenn er den 2. Korintherbrief mit dem Segenswunsch beendet: „Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!“ Amen.

Begreifen können wir es nicht, aber spüren, dass Gott uns in unterschiedlicher Art und Weise nahe ist und umfassend wirkt. In einem modernen Lied heißt es von Gott: „Du bist nicht zu begreifen - und doch zum Greifen nah.“ Gott will sich nicht intellektuell begreifen lassen, sondern wir sollen ihn im Glauben er-greifen. Darum gilt in ganz existenziellem Sinn auch in unserem Leben: „Wer da zugreift, der hat mehr davon!“

Ich wünsche Ihnen ein ergriffenes Wochenende.

Ihr Pfarrer Bernd Töpfer, Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Marktheidenfeld.

Die jeweils aktuellen Gedanken zum Wochenende können auch auf unserer Homepage: www.marktheidenfeld-evangelisch.de gelesen und heruntergeladen werden.

Die Andachten der letzten Jahre zu den verschiedensten Themen finden Sie unter „Gedanken zum Wochenende/Archiv“, - für den Fall, dass Sie selbst mal eine Andacht halten wollen…