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Gedanken zum Wochenende, 20.04.2019

Durchbruch zum Leben

Ich mag den Frühling. Beeindruckend, wie momentan aus dem verdichteten, verkrusteten, scheinbar toten Erdreich plötzlich Schneeglöckchen sprießen. Beeindruckend wie aus tot geglaubtem Holz plötzlich Apfelblüten herausbrechen.

„Die Knospen springen auf – Frühling im Pfarrgarten“ Foto: Bernd Töpfer Marktheidenfeld

Welch eine verborgene Kraft, welch eine Dynamik, welch ein Lebenswille steckt da drin. Aufbruch ist etwas Lebendiges. Aufbruch bringt Leben hervor und Leben bewirkt Aufbruch.

Wenn ich mir überlege, was uns Menschen an einer lebendigen Lebensgestaltung hindert, wenn ich mir überlege, welche Schicht von „komprimiertem Dreck“ und „Eis“ im übertragenen Sinn unser lebendiges, mitmenschliches Miteinander erstarren ließ, wenn ich mir überlege, welche Verkrustungen im Alltag mir die Luft zum freien Atmen nehmen, dann spüre ich: Aufbruch tut not! Es wird Zeit, dass es Frühling wird, auch in der Seele! Neues Leben, neue Lebendigkeit soll durchbrechen, so wie Schneeglöckchen durch die Erde wenn das Eis schmilzt: Ein Durchbruch aus dem Tod zum Leben.

Wir haben letzthin eine eindrucksvolle Wochenendfreizeit mit unseren Konfirmanden im Jugendübernachtungshaus in Michelrieth gehabt. Und da feierten wir am Samstag Abend eine christliche Passah-Seder-Feier: An einer dramaturgisch-liturgisch genau festgelegten Stelle bei dieser Feier wird von jedem Teilnehmer ein gekochtes Ei aufgebrochen: Ein Ei ist von außen (menschlich) betrachtet tot. Genauso wie wir den Tod wahrnehmen: Nichts rührt sich. Und doch ist Leben darin. Wenn die Zeit gekommen ist, dann wird die Schale von innen her aufgebrochen, ein lebendiges Küken springt heraus. Neues Leben wird offenbar. So ist das auch an Ostern: Die Schale unseres Todes wird durch Christus zerbrochen. Er hat den Tod besiegt. Er ist auferstanden zu neuem Leben. Und wenn für uns die Zeit da ist, werden wir dieses neue Leben erleben, vollkommen frei von allen irdischen Zwängen und Verkrustungen, völlig frei von Enge, Angst und Eiseskälte.

Die Konfirmanden haben begriffen, warum das Osterei zu Ostern gehört: Es ist Zeichen des Durchbruchs zum Leben. Wir feiern Ostern, den Sieg unseres Herrn Jesus Christus über den Tod, seine Auferstehung, das neue Leben ... Mögen wir davon etwas spüren. Ich wünsche es Ihnen.

Ich grüße Sie herzlich und wünsche Ihnen ein frohes Osterfest.

Ihr Pfarrer Bernd Töpfer, Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Marktheidenfeld.

Einladen und ermutigen darf ich Sie für die Osterfestgottesdienste in Ihrer Gemeinde oder bei uns in der Friedenskirche, z.B. am Ostersonntag um 10.00 Uhr.

Die jeweils aktuellen Gedanken zum Wochenende können auch auf unserer Homepage: www.marktheidenfeld-evangelisch.de gelesen und heruntergeladen werden.

Die Andachten der letzten Jahre zu den verschiedensten Themen finden Sie unter „Gedanken zum Wochenende/Archiv“, - für den Fall, dass Sie selbst mal eine Andacht halten wollen…